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Meiningen 2019

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Meiningen ist eine Kreisstadt und Kulturstadt im fränkisch geprägten Süden Thüringens.
Meiningen übt die Funktion eines Mittelzentrums aus und ist als Mittelstadt die größte Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Sie ist das Kultur- und Justizzentrum Südthüringens sowie ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum der Region. Die Erfüllende Gemeinde Meiningen hat 27.879 Einwohner.[2]
Meiningen liegt an der Werra, besitzt im Stadtzentrum ausgedehnte Parkanlagen und zahlreiche klassizistische Bauwerke. Die noch von den mittelalterlichen Wassergräben der einstigen Stadtbefestigung umschlossene historische Altstadt wird von einem eklektizistischen Stadtviertel und Fachwerkbauten sowie Bürgerhäusern geprägt.
Meiningen wurde als fränkisches Königsgut gegründet und 982 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1008 gehörte es über ein halbes Jahrtausend zum Hochstift Würzburg  und entwickelte sich wegen seiner günstigen Lage bald zur bedeutendsten  Stadt im heutigen Südthüringer Raum. Diese Position konnte sie ab 1583  als Verwaltungssitz des Henneberger Landes und ab 1680 als Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen bis in das 20. Jahrhundert behaupten. Bekannt wurde die Stadt auch durch eine tiefgreifende Theaterreform unter Herzog Georg II. und eine große Blütezeit der Meininger Hofkapelle unter der Führung bekannter Dirigenten wie Hans von Bülow und Max Reger.

Die Johanniterburg Kühndorf, später auch als Schloss Kühndorf bezeichnet, wurde 1315 vom Johanniterorden auf den Resten einer Vorgängerburg als Kastell aus Breitwohntürmen errichtet und durch die Grafen von Henneberg  zur letzten Residenz ausgebaut. Seit 1991 wurde die Burg aus privaten  Mitteln renoviert und kann besichtigt werden. Die Johanniterburg  Kühndorf ist das einzige private Objekt der Burgenstraße Thüringen.
Besiedlung
Die  Johanniterburg steht auf altem Siedlungsgrund. Schon in der Keltenzeit  gab es auf den Dolmar eine Siedlung mit Befestigungsanlage. Nach  Abwanderung der Kelten wurde die Region germanisch besiedelt. Bis zum  Thüringer Wald durch die Thüringer, im Werratal aber durch Franken. Mit  Besiedlung der Franken wurden geordnete Dörfer angelegt und es  erscheinen erste Urkunden. Kühndorf ist einer der ersten Orte, die hier  in der Region urkundlich erwähnt werden: Bereits 795 erscheint Chunitorpfe  in einer Schenkungsurkunde an die Abtei Fulda. Politisch gehörte  Kühndorf seit dem Spätmittelalter zum Fränkischen Kreis, das sein  Zentrum in Würzburg hatte.
Herren von Kühndorf
Im Jahr 1137 wurde in der Kaiserpfalz im benachbarten Rohr eine Urkunde ausgestellt, an der das Siegel eines Gottfrieds von Kühndorf  hängt. Das erste Mal nennt sich jemand mit Nachnamen nach diesem Ort  und man kann davon ausgehen, dass es sich um einen Adligen handelt, der  im Krieg als Ritter auf einem Pferd saß und in Kühndorf einen Rittersitz  hatte.
Vorgängerburg
1274  wird erstmals eine Burg, nun im Besitz der Grafen von Henneberg  erwähnt. Reste dieses Steinbaus sind in der heutigen Burg noch zu sehen:  Der Stumpf des Bergfrieds mit Buckelquadern aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und in den Wänden verbaute Spolien. Diese Burg wurde aber 1315 abgerissen und durch einen Neubau des Johanniterordens ersetzt.
Burg des Johanniterordens
Unter Berthold VII. genannt Berthold der Weise,  erlebte die Grafschaft Henneberg eine Blütezeit. Berthold VII. war  einer der wichtigsten innenpolitischen Berater von drei deutschen  Königen und Kaisern und zeitweilig als Vormund des böhmischen Königs  eingesetzt und in dieser Zeit in den Stand eines Reichsfürsten erhoben.  Berthold der VI., der ältere Bruder von Berthold dem Weisen, war  für den geistlichen Stand vorgesehen und trat 1291 in den  Johanniterorden ein und bekleidete dort hohe Ämter. 1315 verkauft  Berthold der Weise an seinen Bruder Berthold VI. und dem Johanniterorden  den Berg Dolmar, umliegende Dörfer und explizit die Burg Kühndorf mit  der Genehmigung, dort eine neue Burg zu errichten. Dass der  Johanniterorden mitten im Henneberger Land eine Burg erbaut ist völlig  ungewöhnlich, denn der Orden hatte in Mitteleuropa keine militärische  Funktion.[1]  Man kennt nur drei weitere Burgen des Ordens im deutschen Sprachraum,  wobei Kühndorf als einzige in Deutschland erhalten blieb. Die Johanniterburg wurde ordenstypisch als Kastell aus zwei  Breitwohntürmen angelegt. Ein Wappenstein aus der Erbauerzeit zeigt die  Trennung in säkularen und klösterlichen Bereich.
Ausbau durch die Grafen von Henneberg-Römhild
Nachdem  Berthold VI. und sein Neffe Berthold VIII., der als Großprior der  Deutschen Zunge auch auf der Johanniterburg Kühndorf lebte, gestorben  waren, verlor der Orden das Interesse an der Johanniterburg. Die Burg  steht zum Verkauf und wird schließlich unter den verschiedenen  Interessenten aufgeteilt. 1444 kaufte Georg I. von Henneberg-Römhild  schließlich alle Anteile auf und modernisiert die Burg für eine  Verteidigung mit Feuerwaffen, indem er eine Zwingeranlage mit fünf  Türmen um die Burg legt.
Residenz der Grafen von Henneberg-Schleusingen
Die  Römhilder Linie starb mit Hermann VIII. 1549 aus und die Johanniterburg  Kühndorf geht in den Besitz der Linie Henneberg-Schleusingen über.  Unter Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen wird ein Amtsgericht für  die umliegenden Dörfer in Kühndorf eingerichtet. Sein Sohn Georg Ernst  verlegte 1569 für kurze Zeit sogar seine Residenz auf die Johanniterburg  Kühndorf. 1583 stirbt mit Georg Ernst von Henneberg-Schleusingen das  Geschlecht aus.
Ererbung durch die Herzöge zu Sachsen
Das Henneberger Land erbten 1583 die Herzöge zu Sachsen, die in Kühndorf nur noch den Verwaltungs- und Gerichtssitz des Amtes Kühndorf hatten, so dass die Johanniterburg in einen Dornröschenschlaf fiel. Neben kleinen Umbauten in der Torburg blieb die Johanniterburg im Charakter der Spätgotik erhalten. Beim Wiener Kongress 1815 wird das Amt Kühndorf an Preußen abgetreten und gehörte fortan zur Provinz Sachsen.
Eigentümer der Burg 1900 bis 1945
Im  Jahr 1902 verkaufte Preußen die Unterburg an Michael Keßler, einen  Bauern aus Kühndorf, der die Burg unter seinen sechs Töchtern aufteilte  und die Oberburg an Rittmeister Simon gab. 1920 wurde die Oberburg  weiterverkauft an Dr. Treupel, einen Jenaer Arzt, der hier einen  Waffensaal, eine Gaststätte und Herberge einrichtete. 1945 wurde die  Oberburg enteignet und kam in Volkseigentum unter Rechtsträgerschaft der  Gemeinde. In den Nachkriegsjahren wurden Flüchtlinge und Aussiedler  einquartiert und die Schulspeisung wurde eingerichtet.
Heutige Nutzung
1991 kauften Johann-Friedrich und Gudula von Eichborn, die auch Schloss Friesenhausen  in Unterfranken saniert haben, die Oberburg von der Gemeinde und die  Unterburg aus privater Hand. Es folgten umfangreiche Renovierungs- und  Instandhaltungsmaßnahmen. Die historische Substanz wurde wieder  freigelegt und die Burg für Besichtigungen geöffnet. 2006 zogen  Konstantin und Sophie von Eichborn nach Kühndorf und übernahmen bis 2013  die Bewirtschaftung der Burg von den Eltern.[2][3][4]  Heute wird die Johanniterburg vor allem für Familienfeiern wie  Hochzeiten, Geburtstage und Familientreffen oder Ferienaufenthalte  genutzt. Zudem gibt es Führungen und die sogenannte Burgbelebung mit  Darstellern in historischen Kostümen und mit alter Ausrüstung.
Die Johanniterburg war Drehort für den Märchenfilm „Brüderchen und Schwesterchen (2008)“ und den Horrorfilm „Sin Reaper 3D“ (2012).
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