Hohenstein 2019 - Wir Dorschners

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Hohenstein 2019

Die Querkel-Sage

Aus östlichen Berghang von Schloss Hohenstein (Landkreis Coburg) in Richtung des Dorfes Stöppach ragen verstreut einige Sandsteinformationen hervor. Die Schlossinhaber Imhof ließen im 19. Jahrhundert einen Teil der Felsen bearbeiten. So entstanden Treppenaufgänge, Grotten, Steinbänke, Reliefs und sogar zwei auf die Felsen gesetzte Holzhütten. Das Ensemble erhielt dadurch die Staffagen eines Landschaftsgartens. Der heute vorwiegend junge Waldbestand lässt den Schluss zu, dass das Gelände früher deutlich offener war und weite Ausblicke in die Landschaft ermöglichte. Zwischen den durch beschilderte Wege verbundenen Felsen befinden sich auch einige aus Sandstein gehauene Ruhebänke. Über die Entstehung der Felsen ist eine Sage überliefert.

Die Querkelfelsen erkundet man vom ausgeschilderten schmalen Weg unmittelbar südlich der Reithalle vorbei am Alten Steinbruch. Seit 2011 weisen Rundwegschilder den Weg. Standortschilder mit den Namen der Felsen befinden sich an den jeweiligen Formationen

Der Sage nach lebten und arbeiteten auf dem Berg Hohenstein mehr als fünf Dutzend Zwerge, in Franken Querkel genannt[8]. Sie bauten im Berg eifrig das vorhandene Gold und Silber ab. Auch halfen sie den Bauern im nahegelegenen Dorf Stöppach beim winterlichen Dreschen und brachten dann und wann Golddukaten mit oder schenkten den Kindern glitzernde Steinchen. Dafür erhielten sie von den Bauersfrauen Brot und Geräuchertes zur Vesper. Auch halfen sie armen Leuten bei der Ernte und machten sich in den Ställen nützlich. So kehrte bald im Dorf der Wohlstand ein. Aber einmal hatte eine Bauersfrau vergessen, den Querkeln das Abendbrot zu richten und als sie nach getaner Arbeit in der Küche nicht den gewohnten Vesperschmaus vorfanden, öffneten sie die Vorratstruhe, um sich ihren Teil zu holen. Dabei erwischte sie der recht geizige und habgierige Bauer und prügelte mit dem Ochsenziemer auf sie ein, da er glaubte, sie hätten sich mehr genommen als ihnen zustand. In ihrer Not sprangen die Männlein heulend durch Tür und Fenster und flohen zurück zum Hohenstein. Dort packten sie ihre Siebensachen und ihre Gold- und Silberschätze zusammen, um den Hohenstein zu verlassen. Doch bevor sie sich in der Nacht, als alle Bauern schliefen, davonmachten, warfen die enttäuschten Querkel vor Wut riesige Steinblöcke den Hang hinunter, die jedoch das Dorf nicht trafen und am Abhang liegen blieben. Fortan waren die hilfreichen Männlein nie wieder in der Gegend gesehen. Vergeblich warteten die Stöppacher Bauern und Bäuerinnen auf ihre Helfer. Auf der Suche nach ihnen fanden sie am Hang die Felsen, die vorher den Berg gekrönt hatten. Mit dem Wohlstand im Dorf war es nun vorbei. Bald war Stöppach in seiner Armut von den Nachbargemeinden nicht mehr zu unterscheiden. Den Steinformationen am Berghang gaben sie den Namen Querkelfelsen, wie man sie heute noch nennt...
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