Heilbad Heiligenstadt 2019 - Wir Dorschners

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Heilbad Heiligenstadt 2019

Heilbad Heiligenstadt

Heiligenstadt um 1840
Als 1802 im Zuge der Säkularisation die Landesherrschaft der Mainzer Erzbischöfe über das Eichsfeld endete, wurde Heiligenstadt, das auch im Kurrheinischen Reichskreis lag, als Teil des Mediatfürstentums Eichsfeld preußisch. Danach gehörte die Stadt 1807 bis 1813 zum Königreich Westphalen und war Sitz der Präfektur des Harz-Departements. Infolge des Wiener Kongresses wurde die Stadt 1815 erneut preußisch und gehörte als Kreisstadt des Landkreises Heiligenstadt zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen.
1929 wurde das Kneippbad errichtet. Bis 1933 fand der  Nationalsozialismus im fast geschlossen katholischen Milieu  Heiligenstadts kaum Anhänger. Selbst nach der „Machtergreifung“ erhielt die NSDAP bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 nur 19 % der Stimmen (gegenüber 66 % für das Zentrum), eines ihrer schlechtesten Ergebnisse reichsweit. Am 9. November 1938 wurde die Synagoge  geschändet. Eine Gedenktafel an dem bis 2011 als Wohnhaus genutzten  Gebäude erinnerte daran. Am 7. September 2011 wurde die ehemalige  Synagoge abgerissen, um einem Einkaufszentrum Platz zu machen.
Am 5. April 1945 erfolgte ein US-amerikanischer Jagdbomberangriff mit fünf zivilen Todesopfern und Gebäudeschäden. Am 9. April wurde Heiligenstadt kampflos übergeben.[12] In der Stadt lagen 3000 deutsche Verwundete in acht Lazaretten. Der jetzige Ortsteil Günterode wurde ebenfalls am 9. April 1945  besetzt. Vorausgegangen war Artillerie-Beschuss mit Schäden an  Wohnhäusern und Kirche.
Den Beschlüssen der Konferenz von Jalta gemäß zogen die US-Truppen am 1./2. Juli 1945 aus Heiligenstadt ab; an ihrer Stelle rückte die Rote Armee ein. Heiligenstadt wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone.
Im nach wie vor stark katholisch geprägten Milieu Heiligenstadts fand zu DDR-Zeiten die SED zunächst kaum Anhänger.[15] In der Absicht, Heiligenstadt wie das Eichsfeld insgesamt zu „proletarisieren“, sah der Eichsfeldplan den Zuzug von Menschen aus anderen Teilen der DDR im Zuge der Industrialisierung vor. Der VEB Nortak Tabakfabriken Nordhausen errichtete und unterhielt das Betriebs-Ferienlager „Alte Burg“ für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.
Im Oktober 1989 begannen in Heiligenstadt Demonstrationen im Rahmen der Friedlichen Revolution in der DDR. 1994 wurde Heiligenstadt zur Kreisstadt des Landkreises Eichsfeld (hervorgegangen aus der Fusion der Kreise Heiligenstadt und Worbis).

Heilbad
Auch wenn bereits 1929 der Titel Kneippbad  verliehen wurde und 1950 die Umbenennung zu „Heilbad Heiligenstadt“  erfolgte, hieß die Stadt während der DDR-Zeit verwaltungsamtlich nur  Heiligenstadt. Die für ein solches Heilbad übliche Voranstellung des  Titels Bad vor dem offiziellen Ortsnamen unterblieb. Noch 1990 lautete die Bezeichnung im offiziellen Stempel der Stadtverwaltung auf „Rat der Stadt Heiligenstadt“.
Dadurch aber, dass die offizielle postalische Bezeichnung der Stadt Heilbad Heiligenstadt lautete oder auch z. B. Postkartenverlage oder die Kreissparkasse den Titel Heilbad nutzten, verfügte die Stadt in der Zeit von 1950 bis 1990 über die Besonderheit von drei verschiedenen Städtenamen: Heiligenstadt ohne jeden Zusatz, mit vorangestelltem Heilbad oder mit nachfolgendem (Eichsf.).
1990 begann die Stadtverwaltung und voran ihr Bürgermeister  damit, den Kurbetrieb auszubauen. Der Bad-Status gewann an Bedeutung.  Zudem kamen durch die Wiedervereinigung nun auch mehrere Orte mit dem Namen Heiligenstadt in den Blick, die Verwechslungen ermöglichten. Ein Unterscheidungsmerkmal wurde benötigt.
Zunächst wurde der Stadt der offizielle Status eines Kurortes  mangels vorhandener Einrichtungen versagt. Gegen diesen Bescheid legte  die Stadt Widerspruch ein. Sie nutzte die Zeit der Bearbeitung und den  relativ rechtlosen Raum kurz nach der Wiedervereinigung und schuf  Tatsachen. So wurden Bäderabteilungen und Ähnliches gebaut und vor allem  der Titel Heilbad offiziell in den Ortsnamen integriert. Als eineinhalb Jahre später eine Ortsbegehung stattfand, wurde ein Ort präsentiert, der Heilbad Heiligenstadt hieß und ein Kurort war. Die Zulassung wurde erteilt.
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